Sonntag, 5. Januar 2014
Herbstabschied
hieß die Färbung von Genoveva aus einem Tauschpaket, die ich über die Feiertage zu einem kuscheligen Garn verarbeitet habe. Gesponnen habe ich immer eine Spule mit ganzen Rolags und auf der zweiten habe ich die Rolags geteilt, so dass ich nach dem Zufallsprinzip mehr Farbvariationen erhalten konnte.
Aus 280g dieser herrlich anzuschauenden Rolags (hier nur eine kleine Auswahl) aus Polwarth und Seide, sind die drei Stränge entstanden. Was hier so eindeutig rosa erscheint, war in Wirklichkeit mehr orange. Zum Teil waren es regelrechte kleine Faserbomben, die ordentlich fest zusammenhielten. Deshalb habe ich es nicht geschafft, ein gleichmäßiges Garn zu erhalten.
Ich habe den dritten Strang zum Vergleich ohne ihn ins Entspannungsbad gelegt zu haben, einfach mal in die Mitte dazu gelegt. Ich hoffe man erkennt an den anderen Strangfragmenten, wie sehr die Polwarthfaser auch hier wieder aufgegangen ist. Beim Baden ist noch sehr viel überschüssige Farbe ausgetreten und auch hierbei wollte ich wissen, ob sich das auf die gewaschenen Fasern auswirkt. Aber dem ist nicht so. Die Farben sind nicht weiter ausgebleicht.
Bei den beiden entspannten Strängen komme ich auf eine Gesamtmeterzahl von 370 auf 182 g. Das macht 203 Meter auf 100g. Beide Stränge habe ich annähernd identisch stark verspinnen können. Auf den 3. bin ich noch gespannt, weil er gerade in der Sonne zum Abtropfen hängt.
Ich sage der lieben Genoveva auf jeden Fall vielen herzlichen Dank für die Mühe, die sie sich mit der Färbe- und Rollaktion gemacht hat. 280 g Rolags sind schon ein ganz schöner Haufen.
Sonntag, 29. Dezember 2013
Resteverwertung
Ich hatte von meinen letzten Färbeaktionen gefühlte 100 Gläser voller Farbreste. Also musste ich Platz schaffen. Von dem bunten Dutzend hatte ich diese Farben über und ohne große Umstände auf die Fasern gegeben:
| Chubut |
| Falkland/Nylon |
| BFL Humbug |
Einen Humbugkammzug habe ich das erste Mal überfärbt und war zuerst enttäuscht, weil er im nassen Zustand unheimlich hässlich war. Die Freude war groß, als sich die Farben im trocknenden Zustand regelrecht entwickelten.
Und dann hatte ich aus einer weiteren Überraschungsfärbung auch noch reichlich übrig und es gleich mit "verbraten". Trotz größter Mühen habe ich die unterschiedlichen Farbvarianten nicht aufs Bild bannen können. Unten auf dem ersten Bild sind es zum Beispiel zwei Türkis- und zwei Rotbrauntöne. Aber vielleicht stimmen die Farben ja irgendwann einmal beim Fotografieren des fertigen Garns.
| Neuseelandwolle |
Sonntag, 22. Dezember 2013
Tulpen im Garten
hieß der schöne Kammzug aus einem Tauschpaket, aus dem dieses Garn geworden ist. Zumindest aus den ersten 100g. Ich habe sehr lange dafür gebraucht. Einerseits, weil ich es unheimlich dünn ausgesponnen habe und andererseits, weil ich immer nur in homöopathischen Dosen am Spinnrad sitzen konnte. Ein Termin jagte den anderen und dienstlich jagte mich der Jahresabschluss, so dass der Feierabend für einige Tage spät begann. Da merkte ich so richtig, wie unzufrieden ich war, weil ich mich nicht, wie ich es mir gewünscht hätte, zum Entspannen ans Rad setzen konnte. Aber dafür freue ich mich jetzt über das herrliche Garn. Und auf den zweiten Teil, den ich ja noch vor mir habe.
Der Falklandkammzug war eine herrliche Faser. Ich würde mich freuen, wenn sie mir verraten würde, von wo es ist. Ich habe es auf 346 Meter geschafft und es ist optisch in der Tat Sockenwollstärke. Auch wenn die Meterzahl etwas anderes sagt. Ich werde irgendwann einmal mal die Sache als Streichgarn versuchen, weil ich wissen möchte, wie das zusätzliche Volumen, dass man dadurch erhält, sich auf die Feinheit des Auszugs auswirkt. Bzw. umgekehrt, man zieht noch feiner aus und erhält trotzdem mehr Volumen. ;o) So die Theorie.
Ich wünsche allen noch einen schönen 4. Adventssonntag und ein besinnliches Weihnachtsfest. Vielleicht sind ja bei einigen von euch sogar ein paar wollige Dinge unter dem Tannenbaum. :o)
Samstag, 14. Dezember 2013
Das farbige Dutzend
Wir hatten mit unserer Spinngruppe in diesem Jahr das letzte Treffen. Es sind alles sehr nette, herzliche Damen, die dort zusammen kommen und wir haben immer viel Spaß in unserer bunten Runde. Unsere "Anführerin" hält uns immer mit den neuesten Terminen, Anfragen zu öffentlichen Vorführungen und Märkten auf dem Laufenden und ist alles in allem sowieso ganz große Klasse. Es gibt untereinander immer so viel zu erzählen und zu zeigen, so dass es in den drei Stunden manchmal ordentlich hoch her geht. ;o)
Und weil das alles so ist, habe ich mir in diesem Jahr gedacht, dass ich den Damen einmal einen 100 g-Kammzug färbe. Eingefallen ist mir das schon im Sommer, aber da hatte ich ja noch viel Zeit, alles in die Tat umzusetzen. Und auf einmal war das letzte Treffen des Jahres da. Huch! ;o)
Jetzt wollte ich aber nicht einfach nur ein paar Stränge, die hier zu sehen sind, färben und verteilen. Ich hatte mir ein Wollquiz ausgedacht, bei dem sich jede von ihnen nach zwei richtig beantworteten Fragen einen Strang ihrer Wahl aussuchen durfte. Ich war gespannt, welche Färbung das Rennen machen würde. Zur Auswahl standen "Apfelpunsch", "Kaminabend", "Lavendeldüfte" und "Irische See" auf Chubut gefärbt. Es war der "Apfelpunsch", der die meisten Begehrlichkeiten weckte. Und ich durfte mir als Dank ein kleines, handgearbeitetes, lockiges Schäfchen aus einer schönen Verkaufsherde aussuchen. Vielen lieben Dank dafür. "Klodwig" zeige ich euch dann demnächst einmal.
So fand also eine kleine Bescherung schon etliche Tage vor Weihnachten statt und ich habe mich riesig über die Freude der Mitspinnerinnen gefreut, hatten wir doch eine mords Gaudi bei dem Quiz. Wie von Zauberhand war auf einmal auch ein kleines Buffet zusammengestellt, obwohl wir vorab eigentlich nur von mitgebrachten Plätzchen gesprochen hatten. Herrlich!
Ich wünsche morgen allen einen schönen, gemütlichen 3. Advent.
Dienstag, 3. Dezember 2013
Keinhasengarn oder warum der Hase aus der Wolle hüpft
Dies ist mein erstes Garn mit Angora-Anteil. Dachte ich zumindest noch, als ich die flauschigen Ausgangsrollen in Händen hielt.
Gekauft habe ich diese zwei herrlichen 50g Batts auf einer Hofausstellung. Die gedämpften, edlen Farben haben mich gleich in den Bann gezogen. Hinzu kam die Mischung der Fasern aus Alpaka, Angora, Merino, Tussah- und Maulbeerseide.
Beim ersten Auszug dachte ich, oh ha, da kommt was auf Dich zu. Bei weiteren Auszügen dachte ich, oh ha, oh ha, da hast Du Dir ja was angetan. Der Maulbeeranteil war störrisch wie ein Esel. An ein entspanntes, durchgängiges Spinnen war überhaupt nicht zu denken, weil ich immer wieder Knubbel von Merino und leider auch Angoranachschnitt aus dem Spinnfaden zupfen musste. Ich habe sehr lange dafür gebraucht und meine Hände taten zwischendurch ordentlich weh. Und ich bin mir gar nicht sicher, ob sich überhaupt noch Häschenflaum in meiner Wolle befindet. Das, was da so typisch stachelweich absteht, ist das Alpaka. Das anschließende Entspannungsbad glich einem Wollmassaker, so sehr blutete das Rotgefärbte aus. Sei´s drum.
Die 316 m Garn, die durch die Mühe entstanden sind, entschädigen aber für die viele Arbeit.
Dienstag, 26. November 2013
Tauschgarn-Handschuhe
Tadaaa, und hier sind sie schon, nachdem ich nur einmal einen fast fertigen Handschuh und zweimal die Spitze wieder geribbelt habe.
Meine ersten, selbstgesponnen-gestrickten Fausthandschuhe. Ich lieeeebe sie. Sie sind sowas von weich. Und wie sich die Farben das Garns nun zeigen, ist wieder eine kleine Überraschung. Dass die Spitzen beide fast exakt mit dem hellen Grün abschließen, war der pure Zufall. Ich hatte nämlich die Befürchtung, dass bei zweiten Handschuh dieser Bereich viel früher beginnen würde und dass es dann irgendwie "angemurkst" ausgesehen hätte. Aber man muss auch mal Glück beim Zufall haben. ;o)
Der Winter kann kommen!
Mittwoch, 20. November 2013
Feiertags-Couch-Socken
Ich habe es doch getan! Allen Warnungen zum Trotz habe ich die Southdownwolle zu Socken verarbeitet. Aldona wird jetzt mit mir schimpfen. ;o)
Ich MUSSTE ganz einfach wissen, wie dieses Garn sich in meine ersten, handgesponnen Socken verwandelt. Und ich kriege mich gar nicht mehr ein vor lauter Freude, wie diese zwei unterschiedlichen Farbverlaufssocken perfekt zusammen passen. Den Einen habe ich vom inneren Faden des Knäuls, den Anderen vom äußeren, mit 2,5er Nadeln und 64 Maschen, jede 8. Masche links, gestrickt.
Aldona hatte mich gewarnt, dass sie nicht so strapazierfähig sind, wie man es sich von so einem robusten Garn vielleicht vorstellt. Aber da ich die Socken wohl eher als Hausschuhersatz, zum Spinnen und an hohen Feiertagen tragen werde, denke ich, dass ich sie dann doch nicht so leicht kaputt kriege. ;o)
Das Stricken von solch einem Garn ist anders als gekaufte Sockenwolle. Es macht einfach doppelt so viel Spaß!
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