Sonntag, 13. August 2017

Nebelgeister 4


Wenn die ersten 3 Geister nicht weich sind, so sind diese Strängelchen nicht nur sehr robust, sondern kratzig.
 

Zwei annähernd identische Batts von 90 und 48 g habe ich nach einiger Überlegung doch getrennt voneinander versponnen. Eins davon war so sehr mit Wollfett durchzogen, dass der Auszug eine Blase am Zeigefinger verursachte. Eine miteinkardierte, feine Faser, wahrscheinlich sehr feines Merino, war so sehr verklebt, dass sie sich nur mit viel Kraft überhaupt ausziehen ließ.
 

Enthalten war ebenfalls eine undefinierbare, blaue Faser, die sich beim Spinnen brüchig verhielt und im fertigen Garn eine abschreckende Wirkung erzielt. Da half auch nicht die niedrige Übersetzung von 6 beim Verzwirnen. Der Boden war hinterher voller blauer Faserreste und nach genauerer Untersuchung muss es sich um eine Art Spülschwammrückseite handeln. Zumindest ist das Zeug ähnlich stark und stachelig. Unfassbar, wie man so etwas überhaupt zum Einkardieren verwenden kann.
 

Die Farbe ist ganz nett, 176,5 und 83,5 m sind es geworden, trotzdem, Begeisterung sieht anders aus.


Genauso ärgerlich ist in diesem Jahr die Zerstörung der Apfelernte durch Wespen und Hornissen. Selbst in den Apfelbaum gehängte Brötchentüten, die an Wespennester erinnern sollen und somit die Besetzung des Baumes durch ein fremdes Volk dokumentieren, schreckt in keiner Weise mehr ab. Bis zum Zeitpunkt der Ernte werden wohl alle Äpfel angefressen sein und am Boden liegen. 

Sonntag, 6. August 2017

Nebelgeister 3


In Geist Nr. 3 versteckte sich im Inneren ein dunkler Beereton.


Eine wahrhaft geisterhafte Erscheinung von außen. ;o)


Versponnen und verzwirnt haben die 76 g eine Lauflänge von 150 m. Ein etwas robusteres Bürschchen, der kleine Beerengeist.


Sonntag, 30. Juli 2017

Nebelgeister 2


Der zweite Geist ist rötlich,


gedämpft mit einem Hauch Dunkelgrün, dass sich in geringer Menge aber stark unterordnet. Gesponnen sowie gezwirnt mit dem 6er Wirtel. So gut wie kein Unterschied zum ersten Geist, was das Zwirnbild anbelangt. Nun gut...


Dass Knitart-Batt wog 53 g und hat als Faden eine Lauflänge von 116 m. Passt! ;o) 


Die Ballhortensien sind in diesem Jahr eine Pracht. Schade, dass sie keinen Nektar für geflügelte Wesen haben und somit für sie uninteressant sind.

Sonntag, 23. Juli 2017

Nebelgeister 1

 
Vor einiger Zeit habe ich von Knitart verschiedenfarbige, hell kardierte Batts aus unterschiedlichsten, überwiegend robusteren Fasersorten erstanden. Der Urlaub und die mögliche Umstellung auf das Spinnen mit der anderen Hand schien geeignet für diese Rollen.
 
 
Die Umgewöhnung war jedoch nicht nötig und so war das erste 58 g schwere Batt schnell versponnen. Farbenpracht schaut natürlich anders aus, dennoch ist das Verspinnen eines solchen "Aschenputtels" sehr kurzweilig. Im Einzelfaden kommen beim genauen Hinschauen schöne rauchige Nuancen zutage, die man auf Bildern nicht wiedergeben kann. Verzwirnt wird daraus eine Art Tweedgarn, dessen zurückhaltende Farbe erst verstrickt und neben anderen Farben so recht erkennbar wird.

 
119 m sind wahrlich kein Längenrekord für diese Grammzahl, was wiederum den robusten Fasern geschuldet ist. Auf kleiner Umdrehung von 6 gesponnen und verzwirnt, ergibt sich dann aber ein durchaus hautverträgliches Garn. Der 10er Wirtel hätte für die Verzwirnung gerne niedriger ausfallen dürfen, um noch mehr Drall aus den Zwirnfäden zu nehmen. Das probiere ich dann mal bei der nächsten Farbe.

Dienstag, 18. Juli 2017

Corriedale Teil 1 beendet

 
Vor geraumer Zeit hatte ich ja auf einem meiner Räder begonnen, 300 g Corriedalevlies zu verspinnen. Farbigere Fasern hatten dieses Projekt zwischendurch etwas in Vergessenheit geraten lassen, wie das manchmal so ist...
 
 
Jetzt ist es fertg! Also der erste von noch vier weiteren Farbschlägen.

 
Bedingt durch meine marodierende Schulterpartie hatte ich gedacht, wenn ich wieder auf die andere Hand umlernen muss, würde mich ein Anfängergarn aus dieser Faser nicht weiter stören. ;o) Musste es auch gar nicht, die Schmerzen waren weg! *freu

 
Hier einmal die rosa Pracht aus dem Hintergrund. Was der Norden an Rosenschönheiten zu bieten hat, ist einfach unglaublich. Dort bläst der Wind die ganzen Pilzsporen einfach fort und die Pflanzen können sich weitestgehend ohne Blattkrankheiten gesund entwickeln.

 
Und schon sind diese Aussichten wieder Geschichte. Schön war es wieder einmal auf Föhr. Bis zum nächsten Jahr!


Sonntag, 9. Juli 2017

Schwarzes Gold - Anthrazit


Wer in oder vor den 70er Jahren geboren wurde und vielleicht noch im Ruhrgebiet aufgewachsen ist, kennt sicher das Lied von Peter Alexander, der darin auf wunderbare Weise den Kohlebergbau besingt. Für diese Batts galt es, einen solchen Kohleton, also Anthrazit, zu färben. Hört sich einfach an, ist es aber nicht.


Flugs benanntes Farbpulver in Farblösung verwandelt und 200 BFL gefärbt. Nach dem Trocknen die Überraschung: feinstes Seehundgrau. Jetzt weiß man als Färber ja eigentlich, dass tiefschwarz zu färben nicht so einfach ist, weil man annähernd die doppelte Menge Farbpulver benötigt. Bei normaler Menge erhält man - eben kein tiefes Schwarz. Warum denkt man eigentlich nicht gleich daran?

Et voila, hier ein warmes, sehr dunkles Grau. Je nach Hersteller variieren die Schwarztöne von warm bis kalt. Da ich verschiedene, handgefärbte Rosttöne auf Maulbeerseide damit kombinieren wollte, war dieser Ton gerade richtig. Wobei ich sagen muss, dass nach dem Kardieren der warme Unterton kaum mehr auffällt. Im Inneren befinden sich noch schwarzer Bambus und graues Alpaka für zusätzliche Akzente. Interessant ist jedoch, wieso die Seide augenscheinlich Schlaufen gebildet hat. Sollte es tatsächlich so sein, dann wäre das für den Spinnvorgang sogar von Vorteil, weil sie ich dann besser ausziehen ließe. Jetzt hoffe ich nur, dass die Batts der Empfängerin gefallen. ;o)



Sonntag, 25. Juni 2017

Ein Schaf im Blumenkasten

 
Im weitesten Sinne natürlich. ;o) Hier nun einmal eine etwas andere Wollverarbeitung.
 
 
Was ein namhafter Blumenerdehersteller für teures Geld verkauft, ist für den Freund des Rohwollvlieses ein leichtes, viel günstiger selber zu machen.
 

Als direkt nach Ostern der Discounter um die Ecke zum Wochenende die 10er Trays Sommerblumen auf 80 Cent heruntersetzte, habe ich nicht lange gezögert. Normaler Weise denke ich zu dieser Jahreszeit noch nicht einmal an Sommerblumen und kriege einen Hals, weil auch diese Saison nach Meinung der Händler immer früher zu beginnen hat. Es ging um retten oder wegwerfen, also bin ich über meinen eigenen Schatten gesprungen. Auf jeden Fall wurden die Pflänzchen bis zur endgültigen Verpflanzung dutzende Male raus- und zu Schutz vor Frost auch wieder reingeholt. Sie wurden durch diese Aktionen und der langanhaltenden Nachtfröste natürlich nicht besser und waren in einem erbarmungswürdigen Zustand, als ich sie vor lauter Verzweiflung irgendwann in die Kästen pflanzte. Zur Kräftigung der Mickerlinge habe ich in Ermangelung eines anderen Düngers, ungewaschenes, kleingeschnittenes Rohwollvlies mit unter die Erde gemischt und von meinen anhaltenden Waschaktionen mit dem Schmutzwasser der Vliese immer schön gegossen. Das Ergebnis, im Ablauf von vier Wochen geknipst, spricht doch für sich, oder? :o)
 
 
Die Geranien hatten nur noch 3 Blätter pro Pflanze und sollten eigentlich den Weg des ewigen Komposts gehen. Schaf sei Dank!
 
 

Sonntag, 18. Juni 2017

Nur gefärbt

 
Ein wenig zumindest.
 

 Ansonsten sortiert, gezupft, gewaschen, sortiert, gezupft, gewaschen...

Sonntag, 21. Mai 2017

In Etappen

 
geht es nur voran.
 
Immerhin passen auf die Spule des "Zwirnzwergs" locker 200 g, wie man sieht. Die gleiche Menge habe ich jetzt noch einmal vor mir. Durch die kurzen Farbwechsel ist das Spinnen abwechslungsreich. 100 g sind schon komplett als Garn fertig, aber dazu später mehr...

Sonntag, 14. Mai 2017

Drecklocken


Man könnte auch sagen: Waschtag 2.0. Besagter Waschtag hätte allerdings schon Mitte vergangenen Jahres stattfinden sollen, als mich das Paket mit den bestellten 2 Kilo Locken erreichte. Ich konnte meinen Augen kaum trauen, als ich die Tüten öffnete. Die angepriesenen, grauen Locken waren wie rechts zu erkennen, alle braun-schwarz verkotet und steif vor Dreck. Die weißen Locken waren zum größten Teil ebenfalls dunkelbraun und dreckverkrustet, wie man noch auf den obersten auf dem Häufchen und im Hintergrund links erkennen kann. Diese sehen jedoch noch harmlos aus. Vor lauter Wut über Menschen, die aus Ausschuss Geld machen, habe ich alles wieder zusammengepackt und auf des hinterste Kellerregal für bessere Gemütslagen verbannt. 


Was dazu geführt hat, dass ich die "Locken" wieder hervor gekramt habe, weiß ich nicht. Wahrscheinlich war ich zum bestimmten Zeitpunkt in irgendeiner Weise unterfordert. ;o) Beim zweimaligen Weichen in Brunnenwasser und anschließenden Spülungen, habe ich das schwärzeste Wasser aller Zeiten gesehen und an alles im Garten  gekippt, was die Wurzeln nicht schnell genug aus der Erde bekam. Nach der Endwäsche ist das Ergebnis, wie im 1. Bild links zu erkennen, ganz passabel, wenn nicht sehr gut. Dazu beigetragen hat ein Flüssigwollwaschmittel eines Drogeriemarktes mit 2 Buchstaben und hat mich vollkommen überzeugt! Über Nacht darin geweicht, vollbringt es nahezu Wunder. Natürlich musste ich die schlimmsten, verdreckten Spitzen etwas mit den Fingern nacharbeiten. Das Gute liegt also nah und muss nicht erst aus fernen Ländern für teures Geld eingeflogen werden. Waschmittel, meine ich.

Wenn mich zu diesem Zeitpunkt aber jemand nach Lockenwäsche fragt, sage ich erst einmal: Nein, danke! ;o)

Sonntag, 30. April 2017

Sammelleidenschaften

 
Wenn sich mit einem mal 30 Farbgläser angesammelt haben,wird es allerhöchste Zeit, diese zu minimieren.
 
 
Wenn man dann noch 1 KG einfache Neuseelandwolle in der Vorratshaltung "findet", kann man gut und gerne schon mal über 20 Gläser leeren.

 
Die einen sammeln fürs Auge und als Hobby, die anderen für den Magen und zum Fortbestand. :oD

Samstag, 22. April 2017

Geribbelt


wegen Rollbund. *arrrrgh
 
Und das, obwohl ich schon eine Nadelstärke mehr genommen hatte. Ein Bündchen in kraus rechts ist echt sensibel. :o((

Sonntag, 9. April 2017

Waschtag


Der Nachbar unserer Spinnkollegin mit Gotlandschafen wollte die Wolle seiner 4 Gotland-Texel-Schäfchen, nennen wir sie "Goxel", als Schnellzünder fürs Osterfeuer verwenden. Mit einem Aufschrei des Entsetzens hat sie ihm todesmutig die wunderbaren Vliese entrissen.


Leider habe ich von meiner 670 g Rohwolle bis auf diesen einzigen Längenbeweis von stolzen 15 cm kein Foto geschossen. Die Vliese waren bereits von Christa selbstlos und professionell von groben Unrat und nicht nutzbaren Teilen befreit, so dass das Zupfen als Vorbereitung zum Waschen gut von der Hand ging.


Aus hellem Beige wurde helles Silbergrau. Gewogen habe ich es noch nicht, aber 500 g sind mit Sicherheit zum Kardieren übrig geblieben.


Die unglaublich weichen Flocken werden allerdings farblich noch umgestaltet. Ich werde aber erst einmal eine Handvoll probefärben.

Ganz lieben Dank an dieser Stelle, Christa, dass Du an uns gedacht und mit unser Spinngruppe geteilt hast!

Sonntag, 2. April 2017

Primeln im Winter

 
So waren die herrlich erdbeerroten, goldglitzernden Batts, von einer lieben Nachbarin handgefärbt und  kardiert, als Geschenk benannt.

 
158g 18 mic feine superwash Merino mit Kaschmir und funkelndes Angelina luden zum Spinnen ein.
 
 
Auch hier durfte der "Zwirnzwerg" von Holzwurmwolle wieder an die Arbeit und hat selbige ordentlich gemeistert. Und ich bin wieder ein wenig schlauer wegen der Einstellungen zum Spinnen und anschließendem Verzwirnen.


Die Pracht von 427 m könnte gut einen Partner gebrauchen. Mir schwebt etwas in Dunkelblau oder Anthrazit vor, damit das Rot schön hervorgehoben wird. Fasern habe ja ausreichend auf Lager. ;o)

Sonntag, 19. März 2017

Seegrund


Ich muss zu diesem Bild einmal die passende Geschichte erzählen.

Die eine oder andere von Euch kennt sicher die kriminalistischen Fälle des sehr lebensnahen, leicht chaotischen Kommissars Kluftinger aus dem Allgäu und amüsiert sich köstlich. Vor einigen Jahren hatte ich mir drei Exemplare und besagten Titel auf dem Remittendenwühltisch gesichert und erst vor kurzem mit der Auflösung besagten Falls begonnen.

Auf Seite 256 wurden meine Augen groß und die Ermittlungen jäh unterbrochen. Es fehlten Seiten! Denn die Geschichte sollte nun wieder bei Seite 225 beginnen und sich bis 256 wiederholen, um anschließend nahtlos mit Seite 289 fortzufahren. Hä? Wieso kam dieser Ausschuss in den Handel? Das war kein Mängelexemplar, sondern eine komplette Fehlproduktion.

Nun hatte ich eine aberwitzige Idee in Sachen Kontaktaufnahme mit dem Verlag um dessen Kundenfreundlichkeit zu testen. Nämlich mit der Bitte, mir bei der Auflösung des Falles behilflich zu sein und wenn möglich, die fehlenden Seiten per PDF-Datei zur Verfügung zu stellen oder eine andere Lösung zu finden, die Ermittlungen nicht im Sande verlaufen zu lassen. Ich würde mich sehr freuen! Eine nette, individuelle Antwort über die Aufklärung, was ein Mängelexemplar ausmacht und was nicht, dass dieses Buch wohl aus Versehen in den Handel gekommen ist, inklusive Entschuldigung, kam erfrischend schnell.

Wenn aber der letzte Absatz mit einem "leider" beginnt, braucht man eigentlich schon gar nicht mehr weiter zu lesen. Ich habe es trotzdem getan und kam aus dem Staunen nicht heraus. Man hätte mir nur dann ein Ersatzexemplar zusenden können, wenn ich das Buch regulär erstanden hätte (meine Ehrlichkeit wurde mir also hier zum Verhängnis, denn einen Kassenzettel hätte ich nach 6 Jahren nun auch nicht mehr vorweisen können und hätte das Buch ja dennoch gebraucht von Privat erstanden haben können) und die Zusendung der fehlenden Seiten würde aus urheberrechtlichen Gründen auch nicht gehen. Ich möge bitte Verständnis haben! Ja, mit Ausrufezeichen stand da tatsächlich. Hä? Mal kurz nachdenken... Nö, hab ich leider nicht! Auch mit Ausrufezeichen! Nämlich aus Gründen des Verkaufs von mehr als mangelhafter Ware nicht. Auch wenn ich mit dieser Einstellung vielleicht falsch liege. "Ach, die Tomaten aus dem Angebot sind schimmelig? Jahaha, hätten Sie die reguläre Ware genommen, dann hätten wir Ihnen die schimmeligen natürlich ersetzt!"

Leider mag ich jetzt gar keine regulären Bücher dieses pipenden Verlages mehr kaufen und greife da doch lieber auf Flohmarktschnäppchen zurück. Man muss ja schließlich jederzeit mit Fehlbindungen rechnen und möchte nicht ein weiteres Mal dumm in die Röhre gucken. ;oD

Oder ich erzähle es, wie in diesem Fall, einer lieben Strickfreundin und die sagt mir, dass sie dieses Buch gerade für den Flohmarkt aussortiert hat und mir gerne zur Verfügung stellt. Was für ein Zufall!


Und als Dankeschön an sie, hier meine Version des Tatortes Seegrund, mit ganz viel See 


und auf dem Grund viele Schätze und ein wenig Leiche. ;o)